Medikamentöse Schmerzlinderung unter der Geburt

Wenn alternative Methoden der Schmerztherapie Ihnen keine ausreichende Erleichterung bringen, gibt es verschiedene zusätzliche Möglichkeiten Ihnen zu helfen. Abhängig vom Geburtsfortschritt, aber auch von der Intensität der Beschwerden, gibt es drei Stufen der Schmerzbehandlung:


 

1. Spasmolytika
Diese entkrampfende Medikamente werden als Zäpfchen oder in einer Infusion verabreicht. Über die Ausschaltung von Spasmen kann in der Eröffnungsphase eine Entspannung erreicht und der Wehenschmerz gedämpft werden. Auch die Eröffnung des Muttermundes wird gefördert.

2. Opiate
Falls Spasmolytika nicht ausreichend für Sie sind, können auch Schmerzmittel verabreicht werden. Diese werden in den Gesäßmuskel gespritzt oder in einer Infusion gegeben. Diese Schmerzmittel wirken sehr gut schmerzlindernd, beruhigend und entspannend. 
Da diese Medikamente Sie und Ihr Baby schläfrig machen können, werden sie vor allem während der frühen Phase der Geburt verwendet. Es handelt sich dabei um seit Jahrzehnten in der Geburtshilfe eingesetzte Schmerzmittel ohne Nachteile für Mutter und Kind.

3. Periduralanästhesie (PDA)
Diese Form der Anästhesie erlaubt eine örtliche Schmerzlinderung während Ihrer Geburt.
Die PDA kann z.B. notwendig werden, wenn der Wehenschmerz unerträglich wird, Sie sich nicht mehr entspannen können oder im Verlauf der Geburt Probleme auftreten, die die Geburtsdauer übermäßig verlängern. Hierbei wird unter örtlicher Betäubung an der Punktionsstelle ein sehr dünner Kunststoffschlauch zwischen zwei Wirbel, in der Nähe des Rückenmarks gelegt. Das Rückenmark selbst wird nicht verletzen, da dieses bereits oberhalb dieser Einstichstelle endet.
Die Schmerzmittel umspülen die von der Gebärmutter zum Rückenmark führenden Nerven und betäuben so den Wehenschmerz. Über den liegenden Katheter wird eine Pumpe angeschlossen und so wird kontinuierlich Betäubungsmittel gegeben. Sie könne sich weiterhin frei bewegen, da das Schmerzmittel nur in einer geringen Dosierung gegeben wird.
Wird ein Kaiserschnitt notwendig, so erfolgt die Anästhesie problemlos über die liegende PDA mit einem viel stärker dosierten Betäubungsmittel.
Nach der Geburt des Kindes wird der Katheter entfernt.
Dieses Verfahren wird von den Anästhesisten unseres Hauses rund um die Uhr angeboten.

4. Lachgas
Lachgas als Alternative zur PDA.
Das Gasgemisch wird über eine Maske eingeatmet und kann von der Gebärenden durch ihre Atemtiefe selbst dosiert werden.
Zusätzlich zur Schmerzlinderung hat Lachgas eine Angst lösende, entspannende Wirkung.
Die schmerzstillende Wirkung von Lachgas tritt bereits nach wenigen Atemzügen ein und erreicht nach ungefähr drei Minuten ihr Maximum.
Sobald die Schwangere die Maske absetzt, klingt die Wirkung des Lachgases ab.